Donnerstag, 23. Juni 2016

"Ich aber sage: Liebt eure Feinde, segnet die euch fluchen ..."

Laut tönt die Musik aus dem Radio undder Motor des kleinen, roten Autos surrt leise vor sich hin. Eigentlich fahr ich gern Auto, ich singe laut zum Lobpreis mit und erfreue mich an den vorrübereilenden Häusern, Feldern und Wälder.




Heute ist nicht so ein Tag, heut scheinen Alle ihren Führerschein im Lotto gewonnen zu haben. Ständig schneidet mir einer die Vorfahrt oder schert kurz vor mir noch auf meiner Spur ein. Ich hasse es, wenn die Leute so hektisch durch die Stadt fahren und nur an ihr eigenes Ziel denken, egal ob es noch andere Verkehrteilnehmer gibt. Da, schon wieder. An mir zieht ein großer, schwarzer Audi vorbei. Dieser Depp zeigt mir den Vogel und gestikuliert wild.
Mein erster Gedanke ist "du Arsch" und ich trete ein wenig mehr aufs Gasal kund zu tun, doch dann denke ich an die Worte Jesus: "segnet die, die euch fluchen"
Ich gehe vom Gas und drossel meine Geschwindigkeit. Bei der nächsten Ampel ist gerade Rot und diese kurze Zeit nutze ich um ein Gebet in den Himmel zu schicken.
"Herr, du siehst was hier auf den Straßen los ist, du siehst die Rücksichtslosigkeit und den Egoismus der Menschen der Menschen. Es ist nicht immer ganz einfach diese Zeit im Auto in Ruhe zu verbringen, denn die anderen Verkehrsteilnehmer können einen schon echt auf die Palme bringen. Bitte hilf mir mich nicht zu verhalten wie sie es tun, sondern lass mich stark genug sein ihnen in Liebe zu begegnen."
Hinter mir hupt es und mit quietschenden Reifen fährt jemand neben mich auf die Spur. Er gibt mir zu verstehen, dass ich mein Fenster öffnen soll, also lehne ich mich über den Beifahrersitz um an die Kurbel zu kommen. Das Fenster ist kaum offen, da fängt es schon an zu lärmen:" Bist du eigentlich zu dumm zum Fahren? Ne ganze Grünphase musste ich jetzt hinter die stehen, dämliche Alte." Ui, das saß und zwar ganz tief unter der Gürtellinie. Mit großen Augen schaue ich ihn an, ehe ich mich freundlich bei ihm entschuldige: "Es tut mir leid, wenn ich sie aufgehalten haben sollte, das war nicht meine Absicht. Bitte achten sie aber das nächste Mal drauf, ob in dem Auto kleine Kinder sitzen, denen wollen sie doch bestimmt nicht so ein schlechtes Vorbild sein, wie eben. Ich wünsche ihnen Gottes reichen Segen."
Dann fahre ich los, die Ampel ist garde auf Grün umgesprungen. Im Rückspiegel sehe ich noch immer das silberne Auto an der Ampel stehen.
"Mama was war das gerade?", fragt es von der Rückbank.
"Ach Schatz, weist du, manchmal haben Menschen einfach einen schlechten Tag, aber mit Gottes Hilfe kann jeder noch so schlechte Tag wunderbar werden. Auch die, die gemein zu uns sind haben unseren Segen verdient."

Fröhlich singend ziehen wir weiter unsere Bahn und immer wenn jemand hupt, die Vorfahrt schneidet oder über uns schimpft schicken wir ein Stoßgebet zum Herrn:"Segne die, die uns fluchen."



Liebe zu den Feinden

43 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen,
45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt es regnen über Gerechte und Ungerechte.
46 Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner16 dasselbe?
47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso?
48 Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!


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