John steckt den Schlüssel ins Schlüsselloch und noch bevor er die Tür ganz öffnet hört er schon das laute Geschrei der Kinder und die Stimme seiner Frau, die versucht sich Gehör zu verschaffen.
"Jungs, räumt endlich auf, der Papa ist bald zu Hause!", ruft und tönt es durch das Haus. Doch da steht der Papa schon im Wohnzimer und sieht das Unheil mit eigenen Augen. Überall liegen Kissen, Kreide, Autos und Playmobilmännchen. Dazwischen steht seine Frau, die ihn verzweifelt anschaut und mit den Schultern zuckt. "Es tut mir leid, aber ich konnte die Beiden einfach nicht zum Aufräumen bewegen." John lächelt mich an und drückt mir einen Kuss auf die Stirn, ehe er mit fröhlichem Singsang die Kinder nach unten ruft.
Polternd, lachend und fröhlich sindend springen sie die Treppe hinab und fliegen ihrem heißgeliebten Papa in die Arme. Er küsst sie und herzt sie ehe er sich auf einem Stuhl sinken lässt und versucht mit ihnen zu reden. Die Beiden sind furchtbar aufgedreht, was das Gespräch noch zusätzlich verkompliziert. Liebevoll fasst John ihre kleinen Hände und schaut sie an: "Jungs, warum hört ihr denn nicht auf die Mama? Solltet ihr nicht aufräumen?" "Aber wir haben doch aufgeräumt", schallt es ihm entgegen. Zusammen kommen sie zurück ins Wohnzimmer, wo ich mich resigniert aufs Sofa hab fallen lassen. "Sie tuen ja doch nicht, was sie sollen!" Ich bin sauer, das merken auch die Jungs.
Voller Liebe schaut John die Beiden an und fragt:" wollen wir vielleicht gemeinsam Ordnung machen?" Mit einem Blick zur Seite nicken sie und beginnen Stück für Stück jedes Spielzeug in die dafür vorgesehene Kiste zu packen. Sie sind gerade dabei die mühsam aufgebaute Kissenburg einzureißen, als ich vom Sofa aufspringen. "Oh nein! Unser Brot!" Irgendwie riecht es plötzlich im ganzen Wohnzimmer nach einer Mischung aus Kohle und Räuscherholz.
John folgt mir in die Küche und da steh ich, das schwarze Brot, was eigentlich goldgelb sein soll, halte ich in den Händen. Jetzt bin ich richtig wütend. Ich donnere das Kohlebrot auf die Arbeitsfläsche und stürme die Treppe hinauf.
Alle Arbeit ist zum Erliegen gekommen. Die Jungs stehen mit fragendem Blick vor John. "Ist das unsere Schuld?" Logan spricht aus, was Patrick offensichtlich auch dachte. "Nein, nein", beschwichtigt sie der Papa. "Räumt ihr weiter auf, ich kümmere mich um den Rest."
Er holt eine Schüsel aus dem Schrank und kramt Hefe, Mehl, Salz, Zucker und Öl zusammen. Ich höre es oben im Schlafzimmer klappern und singen.
Nach ein paar Minuten habe ich mich beruhigt und gehe wieder nach unten. Im Wohnzimmer spielen die beiden Jungs fröhlich mit ihren Autos. Alles andere haben sie fein säuberlich aufgeräumt. John stellt gerade den Teig zum Gehen weg, als ich mit zerknirschter Miene vor ihm stehe.
"Es tut mir leid, mir sind einfach die Nerven durch gegangen."
Sanft legt er mir seine Hand auf die Wange und streichelt mich liebevoll. Er lächelt mich an und sagt:" Es ist Alles gut. Ich liebe dich und das auch dann, wenn mal Alles schief geht."
Das Hohelied der Liebe
1 Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, so daß ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts!
4 Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf;
5 sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu;
6 sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.

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