Sonntag, 17. Juli 2016

"Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen!"

Die Stöcke knacken unter unseren Füßen als wir durch den Wald laufen, den Blick immer nach unten gerichtet und suchend nach rechts und links schweifend. Wir suchen Pilze, die sich mit ihren runden Kappen unter der Schicht aus Moos, Gras und Gehölz nach oben strecken. Die weißen, braunen und grauen Kappen sind schwer zu sehen, wenn man nicht bewusst nach Ihnen sucht.
"Mama, ich hab einen gefunden", schallt es fröhlich zwischen den Bäumen. 
Logan hockt am Boden und gräbt eifrig in der Erde. Ich laufe mit Körbchen und Messer bewaffnet zu ihm. "Ist das ein guter Pilz?" Eine Mischung aus Aufregung und Sorge liegt in seinen Augen. Ganz genau schaue ich mir den Pilz an. "Das ist ein Champignon mein Schatz. Das hast du toll gemacht.", lobe ich ihn. Sein Stolz ist unübersehbar, als ich seinen Pilz abschneide. Es ist ein schöner Kerl, groß gewachsen und kein Stück wurmig. 



Bald ist unser Körbchen voll mit den unterschiedlichsten Pilzen. Bei jedem einzelnen schallte das fröhliche "Mama ich hab einen Pilz gefunden" durch den Wald. Manchmal war es ein hüpfender Pilz (ein kleiner Frosch) den mir meine Jungs zeigten, aber jedesmal schauten sie mich mit diesem Blick an. 
Es ist ein Blick aus dem blindes Vertrauen spricht. Niemals würden sie auf die Idee kommen, dass die Mama einen giftigen Pilz absegnet. Sie vertrauen darauf, dass ich genau das Richtige tue, sie vertrauen darauf, dass ich nur das Beste für sie will.
Auf dem Heimweg weise ich sie auf wilde Heidelbeersträucher hin, von denen sie sich immer mal wieder eine handvoll abreißen und in den Mund stopfen.

So viel Vertrauen in meine Person rührt mich fast zu Tränen. Wieviel mehr muss es Gott rühren, wenn seine Kinder ihm genau so vertrauen. Wenn sie sich einfach blind darauf verlassen, dass Alles was er tut ihnen zum Besten dient, auch wenn es vielleicht ihren Wünschen ersteinmal entgegen steht. 
Wenn wir werden, wie meine Jungs beim Pilze suchen, dann können wir uns darauf freuen, dass das Essen am Abend auch gut schmeckt und die Pilze nicht giftig sind, die uns unser Vater auf den Tisch stellt.


Matthäus 18

Der Größte im Reich der Himmel
1 Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Reich der Himmel?
2 Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte
3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen!
4 Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel.
5 Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.

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