„Ausgemustert,
behalten, das kann man keinem mehr antun“ ...
Um mich herum türmen sich die Berge mit Klamotten, es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Mehrere Hügel liegen hinter, vor und neben mir, der Kleiderschrank steht offen und ich ziehe einen Bügel nach dem anderen heraus und frage mich, wann hatte ich das eigentlich das letzte Mal an.
Wenn ich die Antwort nicht geben kann, fliegt es sofort im hohen Bogen auf den Stapel für „Ausgemustert“. Kann ich mir die Frage beantworten kommt schon die nächste: Gefällt mir das eigentlich noch?
Wieder ein Nein, dann „Ausgemustert“, ein ja, dann auf den Stapel bleibt.
Und dann gibt es noch den dritten Stapel, das ist der „Das kann man keinem Menschen zumuten“-Stapel.
Endlich ist der Schrank leer und kann neu eigeräumt werden. Der Haufen für ausgemusterte Sachen ist echt riesig geworden und mein Schrnk sieht ein wenig traurig aus. Mensch ist der leer geworden. Aber das erspart mir das ewige Suchen nach den richtigen Sachen.
Die restlichen Sachen möche ich verkaufen oder spenden. An einigen hängen noch Preisschilder, die verkaufe ich und bei dem Rest überlege ich mir, ob es zum spenden gut genug ist oder ob es vielleicht einen guten Preis ergeben würde. Das Geld was ich beim Verkauf einnehme will ich ja nicht für mich, es soll in die Gemeindekasse kommen. Neue Bibel können dafür gekauft werden, Flyer gedruckt und Verteilaktionen organisiert.
Wenn die Stapel endlich durchsortiert sind, dann packe ich die zu spendenden Sachen in einen Karton und schicke sie zu meiner Tante. Sie arbeitet bei der Tafel und kann damit bestimmt was anfangen. Den Rest schaffe ich in den Laden. In drei Monaten kann ich dann das Geld für den Verkauf abholen oder aber die restlichen Sachen auch noch zu meiner Tante schicken. So haben alle gewonnnen und ich hab einen Grund mal wieder neue Jacken und Blusen zu kaufen. Das macht ja immerhin auch viel Spaß.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen