Sonntag, 19. Juni 2016

" Bewahre mich, o Gott, denn ich vertraue auf dich!"

"Schnell, schnell!" treibe ich die Kinder an, "wir haben noch viel zu tun heute". Da fehlt einem ein Schuh, der andere bekommt seine Jacke nicht zu und dazwischen stehe ich, gestresst, weil wir noch einkaufen müssen, Essen gekocht werden muss und wir auch noch Lachen wollen. Enger Zeitplan den wir erfüllen müssen.
Harsch schnappe ich mir die Jacke und ziehe Patrick an, während ich mich suchend nach dem zweiten Schuh umschaue. "Da ist er!" Ich zeige mit einemKopfnicken in Richtung des Schuhs. "Nein, nicht da Logan, dort!" "Ich seh ihn nicht!", bekomme ich als Antwirt zurück. Genervt ziehe ich Patrick ein Stück mit mir und fische mit der freien Hand nach dem Schuh. "Was ist das hier?", frage ich entnervt und werfe Logan den Schuh zu.

Fertig angezogen zeigt Logan an die Tür. Dort hängt ein Plakat das wir gemeinsam gebastelt haben- Es ist unser Familienhaus mit dem wir den Umgang in der Familie regeln. "Du hast dich nicht an die Regeln gehalten." Empört schauen mich die Beiden an. Sie haben Recht.
Langsam lasse ich mich auf die Treppe sinken.
Bei dem täglichen Stress kann man manchmal schon echt die Nerven verlieren. 
Ich schließe meine Augen.
"Bitte Herr gibt mir die Ruhe in all dem Trubel und Gewirr nicht aus der Haut zu fahren", bete ich. "Du kennst all meine täglichen Sorgen und Probleme und du allein kannst mir die Kraft geben die Mutter und Ehefrau zu sein, die du dir wünschst."




Die Tür knarrzt und freudig rufen mir die Jungs zu, "los Mama wir wollen doch noch einkaufen."
Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg und ziehen laut singend los. "Ein kleines wildes Schäfchen, das lief einfach fort ...", tönt es über die ganze Straße und lachend springen wir den Bürgersteig entlang.
An uns vorbei gehen andere Leute. Die Einen schauen ganz entgeistert als wir singend vorüberziehen, die anderen verziehen ihre harten Blicke zu einem freudigen Lächeln.

Im Supermarkt angekommen begrüßen wir Frau Maier, die wie jeden Tag an der Kasse sitzt. Sie ist eine Institution hier und schon John kennt sie seit seiner frühesten Jugend. "Ah! Hallo!", tönt es fröhlich zurück und ich beginne die Jungs mit Einkäufen zu beladen, während sie immernoch singen im Einkaufswagen sitzen.
Lachend ziehen wir durch den Supermarkt, bis wir an der Kasse ankommen. Die Jungs reichen mir jedes einzelne Stück aus dem Korb, während ich es aufs Band lege.
"Ihr seid auch immer gut gelaunt", meint Frau maier zu mir und ich denke so bei mir "bei solch einem guten Gott, wie könnte ich es denn nicht sein?"




Psalm 16
1 Ein Miktam von David. Bewahre mich, o Gott, denn ich vertraue auf dich!
2 [Meine Seele,] du hast zum Herrn gesagt: »Du bist mein Herr; es gibt für mich nichts Gutes außer dir!«
3 Die Heiligen, die auf Erden sind, sie sind die Edlen, an denen ich all mein Wohlgefallen habe.
4 Zahlreich werden die Schmerzen derer sein, die einem anderen [Gott] nacheilen; an ihren Trankopfern von Blut will ich mich nicht beteiligen, noch ihre Namen auf meine Lippen nehmen!
5 Der Herr ist mein Erbteil und das [Teil] meines Bechers; du sicherst mir mein Los.
6 Die Meßschnüre sind mir in einer lieblichen Gegend gefallen, ja, mir wurde ein schönes Erbe zuteil.
7 Ich lobe den Herrn, der mir Rat gegeben hat; auch in der Nacht mahnt mich mein Inneres.

8 Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht.
9 Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen,
10 denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, daß dein Getreuer die Verwesung sieht.
11 Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!

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